Ressourcen finden in schwierigen Zeiten (4)

Eine wichtige Ressource sind unsere sozialen Kontakte. Doch gerade die sollen wir jetzt vermeiden. Das fällt schwer, ganz besonders Alleinstehenden. Natürlich können wir telefonieren, aber irgendwann hat man sich vielleicht nichts mehr zu erzählen. Also müssen kreativere Möglichkeiten her.

Viele Stammtische machen es bereits vor und „treffen“ sich online. Aber das funktioniert nicht nur für Stammtische oder Buchclubs.

Auch Spieleabende können über Skype, Zoom und Co. organisiert werden. Gut geeignet sind Schiffe versenken, Kniffel oder Pictionary, aber auch Brettspiele von Schach bis Monopoly können gespielt werden sofern jeder Teilnehmer das Spiel zu Hause hat und die Züge seiner Mitspieler nachstellen kann. Vielleicht fallen Ihnen ja auch neue Spiele ein. Seien Sie kreativ.

Kochen Sie gern? Suchen Sie sich ein Rezept aus, das Sie und Ihre Freunde/innen schon immer mal ausprobieren wollten. Mit dem Laptop in der Küche können Sie sich prima austauschen und sehen, was der andere so macht. Und im Anschluss darf das Candle Light Dinner via Skype natürlich nicht fehlen.

Oder machen Sie mal was ganz Verrücktes. Versenden Sie einen Brief oder eine Postkarte. Wer von Ihnen erinnert sich noch an den alten Werbeslogan der Post „Schreib mal wieder“? Eine gelungene Überraschung ist damit garantiert.

Auch wenn wir uns nicht real treffen können, so können wir doch Vieles zusammen machen und uns schöne gemeinsame Momente und Erinnerungen schaffen. Das zeigt uns, das wir zwar getrennt aber nicht allein sind. Und gerade das ist so wichtig in dieser Zeit.

Ressourcen finden in einer schwierigen Zeit (3)

Dieses Jahr ist für die meisten von uns nervenaufreibend und kräftezehrend. Wir fühlen uns zunehmend ausgelaugt und energielos. Doch wie sieht es wirklich mit unserem Energiehaushalt aus? Wie erschöpft sind wir und können wir etwas dagegen tun? Und wenn ja, was? Die folgende Übung kann Ihnen helfen, diese Fragen zu beantworten. Sie benötigen dafür ein Blatt Papier (am besten DIN A3) und Stifte.

Das Energiefass

  • Zeichnen Sie in der Mitte des Blattes ein Fass und markieren Sie am Rand Ihren gefühlten Energielevel (10%, 25%, 60% etc…).
  • Schreiben Sie auf der linken Seite, was Ihr Fass auffüllen könnte, und auf der rechten, was es leert. Dann überlegen Sie, welche der füllenden Aktivitäten Sie z. Zt. umsetzen können. Gibt es dabei vielleicht Aktivitäten, die Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Familie gemeinsam machen können bzw. möchten.
  • Überlegen Sie, welche der Fassleerer Sie eventuell ändern können und wer Ihnen dabei helfen könnte. Akzeptieren Sie aber auch, dass es Energieräuber gibt, die Sie im Moment nicht ändern oder loswerden können.

Ihr Energiefass könnte dann so aussehen:

Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihre Energieauffüller Ihrem Energielevel anpassen. Zwingen Sie sich z.B. nicht, etliche Kilometer zu joggen, nur weil es Ihnen bisher immer gut getan hat. Überlegen Sie, ob es Ihnen auch jetzt gut tun würde. Vielleicht wäre ein ruhiger Spaziergang jetzt angebrachter. Oder Sie probieren stattdessen Yoga oder Qigong aus.

Tun Sie immer nur das, was Ihnen Spaß macht und wozu Sie gerade Lust haben. Denn nur dann können Sie dabei Kräfte tanken. Wenn Sie sich erst zu etwas überreden müssen, üben Sie nur zusätzlichen Druck auf sich selber aus und leeren Ihr Fass weiter.

Tun Sie auch nie etwas, nur weil andere sagen, es sei gut. Probieren Sie es aus und sehen Sie, wie es sich für Sie anfühlt. Denn nur das zählt.

Bei Fragen zu dieser Übung hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder rufen Sie mich an.

Ressourcen finden in einer schwierigen Zeit (2)

Soziale Kontakte sollen eingeschränkt, besser noch vermieden werden. Wir fühlen uns isoliert und mit unseren Sorgen allein gelassen. Doch warum? Die moderne Technik ermöglicht es uns doch, jederzeit mit jedem im Kontakt zu bleiben. Haben wir vielmehr die Befürchtung, dass niemand für uns da ist, weil alle von dieser Krise betroffen sind und sich jeder nur um sich selber kümmert? Aber ist das wirklich so?

Um das heraus zu finden, erstellen wir in der folgenden Übung unser „soziales Atom“. In dieser Übung geht es darum, sich bewusst zu machen, dass Sie nicht allein sind, auch wenn Sie sich gerade so fühlen. Hierfür benötigen Sie ein großes Blatt Papier (DIN A3 oder größer) und einen Stift.

Das soziale Atom

  • Zeichnen Sie mittig auf Ihr Blatt einen Kreis, in den Sie Ihren Namen schreiben.
  • Zeichnen Sie darum drei weitere Kreise mit jeweils genug Abstand, um weitere Namen in die Zwischenräume zu schreiben.
  • Nun denken Sie an Ihre Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte und wie nah oder fern sie Ihnen stehen. Wer ist im Notfall für Sie da? Wer ist immer für Sie da? Wer leiht Ihnen sein Ohr, wenn Sie nicht weiter wissen? Wer hat Ihnen schon mal Hilfe angeboten? Oder auch: wem könnten/möchten Sie helfen?
  • Dann tragen Sie deren Namen in den jeweiligen Kreis ein.

Ihr Atom könnte dann so aussehen:

Es dürfen auch Verstorbene in Ihrem Atom sein. Es mag seltsam klingen, aber es kann sehr hilfreich sein, wenn wir uns z. B. an die vielen Ratschläge von Opa Willi erinnern oder an Tante Frieda, die immer tröstende Worte fand und an uns geglaubt hat.

Wenn Sie möchten, können Sie am Rand auflisten, wer was gut kann bzw. an wen Sie sich mit welchem Problem wenden können.

Notieren Sie aber auch, wenn es jemanden gibt, dem Sie helfen können. Anderen zu helfen gibt uns ein gutes Gefühl, denn dabei werden unsere Glückshormone ausgeschüttet und die Produktion unserer Stresshormone gehemmt.

Bei Fragen zu dieser Übung hinterlassen Sie einen Kommentar oder rufen Sie mich gern an.

Ressourcen finden in einer schwierigen Zeit (1)

Nun ist eingetreten, was keiner haben wollte. Der nächste Lockdown beginnt und soll den ganzen November dauern. Viele von uns gehen (wieder) in Kurzarbeit oder verlieren sogar ganz ihren Arbeitsplatz, andere müssen ihre Geschäfte schließen und bangen um ihre Existenz. Und wie es weiter geht, weiß im Moment niemand. Manch einem fällt es da schwer, nicht zu verzweifeln. Doch gerade jetzt ist es wichtig, positiv zu bleiben und sich auf seine Stärken zu besinnen. Ich möchte daher eine kleine Artikelreihe mit Übungen veröffentlichen, die helfen, diese schwere Zeit etwas erträglicher zu machen.

Übung 1: Was hat mich heute zum Lächeln oder sogar zum Lachen gebracht?

In dieser Übung geht es darum, sich bewusst zu machen, dass es schöne Erlebnisse immer noch gibt. Oft sind es Kleinigkeiten, die für uns selbstverständlich sind und die wir gar nicht mehr richtig wahrnehmen oder die wir schnell wieder vergessen, weil wir in Gedanken schon beim nächsten Termin sind, wie z.B. das bunte Herbstlaub, ein lustiges Video, der Anruf einer alten Freundin oder freundliche Worte der Kassiererin im Supermarkt.

Nehmen Sie dazu jeden Abend Zettel und Stift zur Hand und schreiben Sie auf, was Sie tagsüber zum Lächeln oder vielleicht sogar zum Lachen gebracht hat. Anfangs mag es schwer fallen. Sie werden vielleicht lange überlegen müssen. Aber mit der Zeit fällt es Ihnen leichter. Sie werden sogar aufmerksamer durch den Tag gehen und diese kleinen Dinge bewusster wahrnehmen. Und wenn Sie jeden Abend mit diesen schönen Gedanken zu Bett gehen, werden Sie bald besser schlafen und morgens erholter aufstehen.

Lachen ist übrigens gesund

Bereits beim Lächeln wird die Produktion der Stresshormone Cortisol und Adrenalin gehemmt und statt dessen das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Anspannung und Stress lassen nach. Wer öfter lächelt oder sogar lacht, fühlt sich also besser.